Selbstverletzendes Verhalten (Inhaltswarnung)
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: In dieser Folge von Junge Psyche sprechen wir über selbstverletzendes Verhalten, ein Thema das oft verborgen bleibt und viele Fragen aufwirft.
00:00:09: Wir erklären warum junge Menschen sich selbst verletzen welche Funktionen dieses Verhalten haben kann und wie man Warnsignale erkennt.
00:00:18: Zudem geht es darum, wie Betroffene Unterstützung finden können und was Eltern tun können um einfühlsam zu reagieren und Hilfe zu ermöglichen.
00:00:27: Wir zeigen Wege auf, wie man ins Gespräch kommt wo professionelle Unterstützung zu finden ist und warum es wichtig ist das Thema ernst zu nehmen und offen darüber zu sprechen.
00:00:54: Herzlich willkommen zur neuen Folge von Junge Psyche Aufwachsen Verstehen!
00:01:00: Dem Podcast aus der Welt der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.
00:01:03: Mit Sandra Fazlid
00:01:05: Und Mila Uldiawi.
00:01:06: Hallo
00:01:06: ihr Lieben, da sind wir wieder mit der neuen Folge Junge Psyche!
00:01:11: Hallo hallo
00:01:12: Ja weiter geht's mit uns beiden.
00:01:14: und Mila wie gehts dir heute?
00:01:17: Mir geht es so weit gut ich bin ein bisschen müde Weil ich gestern voll in Fahrt gekommen bin, hier meine Bude aufzuräumen.
00:01:26: Auf den Kopf zu stellen.
00:01:27: Ich habe meinen Schrank bunt gestrichen.
00:01:28: Ich hab mein ganzes Schlafzimmer.
00:01:31: Da waren noch so ein paar Wäschekörbe die mal dran waren und das habe ich alles irgendwie sortiert und eingeräumt.
00:01:36: Und ich habe das sehr genossen.
00:01:42: wo ich dazu komme, so Dinge für mich zu tun auch und das zu genießen.
00:01:45: Nicht für irgendjemand anders sondern ... Ich mach's mir richtig schön und das mache ich nur für mich!
00:01:51: Und ich mein Werder-Ranteil hat es natürlich auch herzlich eingeladen.
00:01:54: dann aber in erster Linie mache ich das um mich selbst glücklich und zufrieden zu machen.
00:01:58: Das ist eine coole Lebensphase die gefällt mir.
00:02:01: also ich muss ehrlich sagen so U-Fürmundvierzig mega bin ich voll dabei.
00:02:06: Das klingt großartig.
00:02:07: wie gehts dir?
00:02:08: Mir geht's auch gut und wir haben uns ja gestern einmal so connectet.
00:02:11: Und sind beide im Frühjahrsputz-Action Warn gewesen.
00:02:18: Genau, genau!
00:02:19: Mir geht es ähnlich.
00:02:20: ich habe versucht aufzuräumen wobei ich gestern auch Besuch hatte und unterwegs war also... Was diese Selbstfür-Sorge betrifft, die du gerade so schön erwähnst.
00:02:31: Geht es mir auch richtig gut?
00:02:33: Also das hat wirklich sehr gut getan!
00:02:35: Ich war noch auf einem Konzert und hatte schon Sorge ich bin richtig heiser heute aber es geht.
00:02:42: Ja auf jeden Fall.
00:02:43: nein dann du klingst super und das ist so wichtig ne Dinge für sich zu tun.
00:02:48: Wenn es also je nachdem das kann ja auch ganz unterschiedlich sein.
00:02:52: Also wie in meinem Fall war jetzt etwas für mich zu tun wirklich dann noch alleine zu sein, denn habe ich mich irgendwie relativ früh hingelegt hab meine Serie wo jetzt gratifierte Staffel rausgekommen ist die erste Folge gesehen und hab's mir so gut gehen lassen und deine Art dich Hätte ich zu umsorgen war halt mit lieben menschen auf ein cooles konzert zu gehen.
00:03:12: das kann halt völlig unterschiedlich sein und beides ist voll in ordnung richtig.
00:03:16: auf jeden fall haben wir beide ordentlich was für unsere stressregulation getan.
00:03:24: Dazu eine ganz leichte Überleitung zu unserem heutigen Thema.
00:03:28: Da
00:03:29: geht es
00:03:29: nicht ganz viel um Regulation von ja, nicht nur Stress sondern wirklich Gefühlen jeglicher Art.
00:03:36: Heute geht es um das Thema selbstverletzendes Verhalten.
00:03:42: Ja erst mal als Überschrift Selbstverletzenes Verhalten was So häufig im Kindesalter, aber vor allem wirklich häufig im Jugendalter vorkommt.
00:03:50: Genau
00:03:50: es gibt im Jugendalter da ist es ausgeprägte weil es dann eben auch unterschiedliche Varianten gibt.
00:03:56: Das was im Kindeshalter mal vorkommt eine ganz intensive Regulationsstörung haben oder unreguliert sind, dass sie dann zum Beispiel so Sachen machen wie mit dem Kopf gegen die Wand oder gegen's Bett oder sich selbst schlagen.
00:04:14: Das ist natürlich total schrecklich und auch da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen.
00:04:18: im Jugendalter kommen wir häufig zu der Art von selbstverletzten Verhalten, die uns am meisten begegnet.
00:04:25: Da ist ganz klassisch einem voran das sogenannte Ritzen.
00:04:30: Dann gibt es auch die Variante, wo zum Beispiel mit Feuerzeug oder Zigaretten oder so wenn Menschen sich verbrennen.
00:04:38: Wenn Menschen sich aufkratzen da müsste man nochmal eine Differenz ziehen.
00:04:46: Sogenannten Skin Picking das würde ich gerne noch mal gesondert betrachten ja oder zum Beispiel auch so Verhaltensweisen wie die sogenannte Trichotelomanie, wo Menschen sich Haare ausreißen.
00:05:00: Das zählt auch nicht klassischerweise zum selbst verletzenden Verhalten.
00:05:04: Genau deswegen war uns das ein Anliegen... Wir auch angefragt werden zu, wie ordnet man das denn ein eigentlich?
00:05:15: Weil – wie man sich das natürlich vorstellen kann – macht es ganz viel Angst bei den Menschen die das mitkriegen.
00:05:24: Also das, was du gerade aufgezählt hast.
00:05:25: Wenn man mitbekommt dass jemand sich absichtlich also da ist vielleicht auch der qualitative Unterschied zu dem selbst verletzenden oder selbst schädigendem Verhalten im Kindesalter.
00:05:36: Da passiert es aus dem Gefühl heraus etwas automatisierter.
00:05:42: Im Jugendalter nimmt man eine Absicht an und das ist dann noch mal, also es ist zielgerichteter, absichtlicher.
00:05:49: Dennoch aber auch der Emotionsregulation dienend.
00:05:54: Wenn man das mitbekommt macht das erst mal Angst.
00:05:57: Also da erschrecken sich viele Eltern vor allem oder Lehrer wenn sie Narben sehen oder so ja frische Verletzungsspuren am Körper macht das einfach Angst bis hin zu einem Schock darüber.
00:06:12: Und ja, wir werden immer wieder angesprochen, wer es begegnet uns tagtäglich nahezu würde ich sagen also eine der häufigsten Symptomatiken weil sie auch... vielerlei Störungsgeschehen vorkommt.
00:06:26: Das ist gerne mal eine Begleiterscheinung zu allen möglichen, was damit zusammenhängt dass selbstverletzendes Verhalten eben eine Funktion erfüllt.
00:06:34: das ist ein Verhalten was ich an den Tag lege um auch da kommen wir gleich zu eben ja nicht nur eine sondern es können unterschiedliche Funktion sein und daher kommt das bei einigen mit also klassischerweise die instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderland-Typus.
00:06:53: Das ist das, wo man immer erwartet, dass Leute schwere Selbstverletzungsverhalten an den Tag legen.
00:06:59: Aber es kann genauso gut bei ADHS vorkommen, bei allem was mit depressiver Symptomatik zu tun hat.
00:07:07: Es kann auch bei Adoleszenten Krisen alles, was so mit der Pubertät einhergeht, kann es vorkomen und ja... sagen, so ein bisschen Störungsbild unabhängig.
00:07:20: Weil es eigentlich bei fast allem so mitnehmen kann.
00:07:24: Es ist vielleicht auch manchmal eine sogenannte Passagiere, pubertäre Symptomatik.
00:07:30: Passagär das bedeutet immer dass etwas vorbei geht, dass einfach mal auftaucht und dann von der Leine irgendwann wieder weggeht.
00:07:37: Und auch da gibt es selbstverletzendes Verhalten ganz typischerweise manchmal.
00:07:43: Vielleicht
00:07:44: zum Einstieg nochmal, also nach der Einordnung die du gerade vorgenommen hast aus psychologischer Sicht gibt das eine allgemeine Definition.
00:07:52: Die kann ich jetzt einfach mal so wiedergeben.
00:07:55: und zwar ist eben aus dieser psychologischen Sicht dass selbst verletzende Verhalten definiert als die freiwillige direkte und wiederholte Zerstörung oder Beschädigung.
00:08:08: Es handelt sich um eine Form der Autoraggression, bei der sich Betroffene absichtlich Verletzungen zufügen.
00:08:16: Etwa durch Schneiden, Ritzen, Verbrennen, Kratzen, Schlagen, Beißen und ja das was du eben so erwähnt hast Mina.
00:08:24: also das kann jegliche Form von Selbstzerstörung sein.
00:08:31: Ja wie man sieht da Da waren mehrere Punkte, würde ich mal sagen.
00:08:34: Wichtig und wir laufen die jetzt so ein bisschen ab?
00:08:37: Ja vielleicht fangen wir an bei freiwillig und absichtlich.
00:08:40: das klingt so ein bischen wie... Oh was mache ich heute?
00:08:45: Ich könnte mich selbst verletzen!
00:08:46: Also es klingt ein bisschen lapidar finde ich.
00:08:49: Und wir erleben dass nicht selten, dass Es auch ein Thema in der Gesellschaft ist welches so ein hergeht mit Ich vermute aus diesem Angstschockzustand, weil es natürlich immer schwierig ist zu sehen dass jemand verletzt ist.
00:09:05: Und die Tatsache das sich jemand selbst diese Verletzung zufügt löst Unfassbar viel Unverständnis aus und dann kippt das manchmal in so eine vorwurfsvolle Haltung.
00:09:17: Und auch Sprache, also dass Leute sagen hey das ist doch gar nicht notwendig gewesen.
00:09:23: warum macht die das?
00:09:26: Die tut sich das selbst an.
00:09:30: Ja, dieses Unverständnis mündet einfach in so einem ... Welche Erklärung könnte man dafür haben?
00:09:35: Und wenn man hat ja keine.
00:09:38: Man weiß es nicht.
00:09:39: Ich finde das ist auch zu wenig fachlich besprochen.
00:09:43: Gibt das in so eine ... Da will sich jemand wehtun und sich verletzen.
00:09:49: Das stimmt so nicht!
00:09:51: Genau also... Es ist wie ... Bei all dem was so eine psychische Erkrankung so kommen kann, es ist ja keine Freiwilligkeit in dem Sinne.
00:10:01: Sondern das ist natürlich entstanden oder entsteht aus einem Leidensdruck heraus, aus einer psychischen Belastungssituation heraus und in den selten Fällen aus ästhetischer Freude.
00:10:17: Auch da, natürlich es gibt nichts was es nicht gibt und klar gibt es auch Leute die da noch mal ganz spezielles Verhältnis zu haben.
00:10:24: aber in der Regel ist selbst verletzendes Verhalten natürlich ein deutliches Zeichen für einen Leidensdruck.
00:10:32: Und das ist so ein wichtiger Punkt finde ich weil dass so viele Vorurteile damit einhergehen weil die häufigste Funktion die es hat also wirklich Bei weitem häufigste Funktion ist so ein Zustand, den ich kaum aushalten bis gar nicht aushalte kann zu unterbrechen.
00:10:50: Genau.
00:10:50: So etwas was sich einfach so schlimm anfühlt dass dagegen die Schmerzzufügung das kleinere Übel ist.
00:10:58: also das ist eine der häufigsten.
00:11:00: es gibt noch mehrere dazu kommen wir auch gleich.
00:11:03: aber dieses Ich bin so überfordert mit einem Gefühlszustand und nur Der Akt der Selbstverletzung bringt mich daraus und ist quasi eine Hilfe kurzfristig.
00:11:15: Daneben gibt es noch weitere Funktionen, das wäre zum Beispiel die Selbstberuhigung oder Selbstbestrafung eine Erlebungssuche, also das gibt es auch.
00:11:27: genau dann gibt es ja auch unterschwellige Hilfesuche.
00:11:35: Und das ist, glaube ich etwas was so in der öffentlichen Wahrnehmung überbordend ja angenommen wird.
00:11:42: also dass das ist so der Klassiker das wir hören Ja da hat sich jemand geritzt die will nur Aufmerksamkeit.
00:11:47: Also dieser Punkt ist oft auch fehl interpretiert aber natürlich ist es auch etwas was ein Anzeichen für mir geht's nicht gut ein offensichtlich ist.
00:11:59: Ja, genau und da würde ich tatsächlich mal sagen in den allermeisten Fällen.
00:12:03: Ich finde sowieso diese Einstellung wenn sich jemand auf irgendeine merkwürdige Art und Weise verhält das was man ... ich weiß nicht zählt das schon im Pikmi rein wie man es heutzutage so nennt?
00:12:17: Da dann davon auszugehen...
00:12:18: Stimmt
00:12:19: heute, ja, ja.
00:12:21: Also davon auszugehen, dass die Person das aus reinem Eigennutz macht weil sie Aufmerksamkeit braucht oder so.
00:12:29: Ist glaube ich keine gewinnbringende Herangehensweise.
00:12:34: also da wird man weder der personengerecht noch wahrscheinlich dem Umfeld oder sich selbst.
00:12:38: Ich würde immer davon ausgehen wenn jemand sich auf so eine Art und Weise verhält dann ist ein Mangel an Alternativen da und das ist natürlich ein ganz großes Bedürfnis nach irgendwas, was irgendwie nicht anders gerade erfüllt werden kann.
00:12:52: Was bei uns zum Beispiel häufig hervorkommt, ist dass Eltern sich melden weil sie entdeckt haben, dass klassischerweise die Tochter – das ist jetzt natürlich nicht aufs Geschlecht begrenzt aber es ist schon, würde ich mal sagen von der Statistik her kommt das, dass die Eltern das entdecken haben, selbst verletzt und dann eben ganz verzweifelt sind, auch nachvollziehbarerweise natürlich verzweufelt sind bei uns sich melden.
00:13:20: Und dass wir dann erst mal im ersten Schritt ganz beruhigend auch einwirken und sagen okay wir gucken uns das mal ganz in Ruhe an und finden natürlich auch irgendwie heraus was ist los und so.
00:13:30: aber erstmal immer ruhig ganz ruhig.
00:13:34: einen selbstverletzendes Verhalten an sich ist nicht per se eine Stufe vom Suizid entfernt.
00:13:41: Das ist nicht ein Zeichen dafür, dass mein Kind richtig schlecht drauf ist im Moment.
00:13:49: Es kann alles so sein, dass man sich das genau angucken muss und abwägen muss.
00:13:56: Welche nächsten Schritte sind da jetzt wichtig?
00:13:58: Aber das reine selbstverletzende Verhalten an sich so große Katastrophe, dass man jetzt sofort jemanden akut in die Knie einweisen müsste oder so.
00:14:10: Genau also das ist so wichtig weil wie du gerade sagst es ist ein Bewältigungsmechanismus Es ist keine Krankheit für sich genommen sondern eben Symptom was auch immer, was nicht in Ordnung ist.
00:14:25: Ob das eine familiäre Situation ist oder gerade die Jugendphase, in der es ja am häufigsten vorkommt und wie du auch grade sagst kommt am häufigste bei jugendlichen weiblichen Menschen vor.
00:14:41: ob das eine adolescenten Krise ist, ob das Schwierigkeiten in dieser Phase von Identitätssuche sind.
00:14:50: Die Auseinandersetzung mit sich selbst dem Abgleich mit anderen, gepaart mit Veranlagungen... Also diese ganzen Dinge kommen zusammen und wir haben das ja schon einige Male jetzt bei den Podcast-Folgen auch gesagt, es ist in der Regel davon auszugehen dass jede psychische Störung die wir so hier besprechen sowie auch solche Symptome die wir besprechen.
00:15:17: als Grundlage immer ein Multi-Komplexes geschehens sind oder haben.
00:15:22: Also das sind immer Erklärungen im Hintergrund, die eine genetische Veranlagung und eine Vulnerabilität, also eine Anfälligkeit für bestimmte psychische Störungen oder für Symptome oder Bewältigungsmechanismen bieten.
00:15:37: da sind plus natürlich die Umwelt, die Umgebung.
00:15:42: Die Dinge, die gerade passieren in dem Leben des jungen Menschen.
00:15:45: und wenn Jugendliche sich vorstellen oder vorgestellt werden ist es in der Regel der Fall dass da einiges vorliegt was sie gerade belastet.
00:15:54: also es erklärt sich immer für uns in den diagnostischen Sitzungen bis hin halt auch in der Therapie was dahinter liegt und welche Anspannungszustände gibt es da?
00:16:08: Und es gibt halt Hocherregungen, es gibt so Anspannungen und durch Probleme die total nachvollziehbar sind.
00:16:15: Also es ist selten der Fall dass wir da sitzen und denken Boah ich kann mir das gar nicht erklären wo das herkommt und warum und wie?
00:16:21: Genau!
00:16:22: Wir finden dann eben gemeinsam raus, wie du ja auch schon sagtest, die Punkte ist Emotionsregulation, Spannungsabbau... Kann es auch sein, auch das gilt es dann herauszufinden.
00:16:33: in einer Therapie ist es selbst Bestrafung für irgendetwas.
00:16:37: Ist da irgendwas passiert?
00:16:39: Liegt da etwas vor was sich diese Person vorwirft wofür sie sich bestraft?
00:16:44: natürlich kleiner Spoiler in den allermeisten Fällen gibt es nicht so für man sich so bestrafen muss als junger Mensch.
00:16:53: Das sind dann so Geschichten, die die inneren Stimmen einem zu Recht legen und der innere Kritiker usw.
00:17:02: Dann schauen wir okay ist es so etwas?
00:17:04: oder kann das zum Beispiel auch der Ausdruck von innerem Schmerz sein?
00:17:09: Ist etwas wie du gerade schon sagtest ein Schmerzt so heftig dass ich ihn nicht ertragen kann?
00:17:14: und es ist besser in dem Moment den körperlichen Schmerzen zu fühlen Kontrolle zu spüren mich selbst zu fühlen zu merken.
00:17:25: okay hier ist eine äußere hülle ich bin da ich bin vorhanden.
00:17:30: das sind alles so Dinge.
00:17:31: das finden wir dann in der ja in der therapie heraus.
00:17:37: Die individuellen Faktoren, die es gibt.
00:17:41: Die Genetik, wie ist jemand drauf?
00:17:43: Wie geht jemand überhaupt mit Problematiken?
00:17:45: Was hat man so gelernt, wie man eben mit belastenden Gefühlen umgeht?
00:17:49: Gibt es eventuell Traumata oder eine erhöhte Impulsivität?
00:17:54: Ja, das ist dann alles therapeutisch angesagt herauszufinden.
00:17:58: Zu diesen Faktoren gehören eben auch die neurobiologischen Befunde, da liegen in der Forschung, dass Menschen, die zu selbst verletzendem Verhalten neigen, eine erhöhte Stresswulnerabilität haben.
00:18:11: Die kommen auf die Welt und sind einfach anfälliger ... stärker auf geringeren Stress zu reagieren.
00:18:18: Heißt, wenn man sich so vergleicht oder wenn Eltern sagen ... Aber ich wüsste jetzt gar nicht, warum das so ... Sag ich mal so notwendig ist?
00:18:25: Warum das so schlimm sein muss die Reaktion?
00:18:27: Weil es ist ja grade nichts!
00:18:30: Nichts ist damit gemeint, dass Kind geht vielleicht gerade zur Schule, es hat Freunde und Selbstwertprobleme oder nicht.
00:18:38: Es sind Themen, die altersentsprechend entwicklungspsychologisch normal in Anfolgenstrichen sind im Rahmen der gesunden Entwicklung.
00:18:45: Und dennoch ist dieser Mensch eben anfälliger dafür, so wie wir unterschiedlich anfällig für... für jegliche anderen somatischen körperlichen Erkrankungen sind oder eben auch für psychische Erkränkungen, Symptome.
00:18:57: Oder wie du das einfach für ein stärkeres Gefühl haben in besonderen Situationen.
00:19:03: Das heißt es gibt eine erhöhte Stressvulnerabilität.
00:19:06: man weiß auch dass es veränderte Gehirnaktivitäten gibt was die Schmerzverarbeitung und die Gefühlsregulationen gibt.
00:19:13: also Es gibt einfach Menschen die kommen auf die Welt und sind anfälliger.
00:19:19: Stress sind anfälliger auch für, ich bin bei bestimmten Gefühlszuständen schneller überfordert und habe Not bewältigungsmechanismen herauszufinden.
00:19:30: Und jetzt kommt der Punkt dazu den du gerade gesagt hast was lernt man also?
00:19:34: wie lerne Ich mit diesen heftigen gefühlen umzugehen auf eine gesunde art?
00:19:40: weil das ist auch gleichzeitig Der wichtigste punkt Für die therapie zu schauen wie fördern wir gesunde Regulationsmechanismen.
00:19:49: Also was kann ich tun, wenn ich unfassbar wütend werde?
00:19:53: So dass es mich so schnell übersteigt und überfährt das ich kaum Luft habe... nachzudenkaute Dinge zu tun.
00:20:01: Und wir haben das ja auch bei den Folgen zu Wut zum Beispiel oder bei der Folge zur Emotionsregulation schon mal so angeschnitten, dass es Menschen gibt die da ein bisschen mehr in Not sind und mehr Kräfte und Energie bündeln müssen um bestimmte Gefühlsregungen irgendwie steuern zu können also erstmal aushalten zu können und dann vielleicht ableiten zu können.
00:20:26: Das ist bei selbst verletztem Verhalten deutlich stärker ausgeprägt.
00:20:33: Also zu der Frage, wo kommt Das selbstverletzende Verhalten als Symptom vor?
00:20:41: war ja Eingangs schon genannt, dass hauptsächlich das zusammengeht mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung.
00:20:48: Und das ist mir ein wichtiger Punkt, dass es in über neunzig Prozent der Fälle einen Symptomen bei der Border Line Persönlichkesstörung gleichzeitig nicht jedes selbst verletzenden Verhalten der BorderLine Persönlichkeiterstörung oder die
00:21:03: Diagnose.
00:21:04: Bei Wald?
00:21:05: Genau!
00:21:06: In unserer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinensicht ist das ein sehr wichtiger Punkt.
00:21:11: Weil wir behandeln Menschen, die noch so stark diesem Entwicklungsbezug unterliegen.
00:21:16: Die können sich noch so verändern.
00:21:19: Da ist noch so vieles möglich.
00:21:21: Eine Persönlichkeitsstörung ist eben eine derart tiefgreifende Diagnose ... Damit er auch dahingehend geht es da passiert nicht mehr viel.
00:21:32: So sind
00:21:34: alte
00:21:34: Denken.
00:21:35: die Zeit übergreifend und situationsübergreifend, das ist also immer da.
00:21:40: Ich nenne es jetzt mal ganz lebsch diese verquere Sicht auf die Dinge, die mit einer Persönlichkeitsstörung einhergeht, dass ich Dinge eben anders wahrnehme, anders sehe als sie jemand wahrnehmen würde der keine Persönlichkeitstürungen hat.
00:21:55: Das ist etwas... Das diagnostiziert sich nicht mal eben so.
00:21:59: Reicht auch auf gar keinen Fall einfach nur selbstverletzendes Verhalten, da müssen noch sehr viele andere Dinge dazukommen?
00:22:06: Genau und das passiert leider zu häufig weil es eben ein häufiges Symptom ist wenn man eine Borderline-Persönlichkeitsstörung hat.
00:22:12: ja und wir möchten da auf jeden fall sensibilisieren bitte für das Alter.
00:22:16: deswegen ist das bei den Kajot Pelan sag ich jetzt mal abgekürzt auch seltener der Fall dass die Diagnose unter dem achtzehnten Lebensjahr vergeben also Manchmal selten gibt es das, aber in der Regel ist man dazu angehalten sie nicht zu vergeben vor dem achtzenden Lebensjahr.
00:22:31: und genau aus dem Grund weil einfach Entwicklung noch unfassbar beeinflussbar ist um so vieles zulässt.
00:22:37: Und eben ein Hergeht mit Krisen die sich auch so äußern können dass man noch Nicht alles gelernt hatte was es für Möglichkeiten gibt Dinge anders zu bewältigen.
00:22:48: Es kommt als Symptom vor bei Depression Bei der posttraumatischen Belastungsstörung bei Essstörungen bei Angststörungen, Zwangsstörungen.
00:22:57: Beim Substanz-Missbrauch also Suchtverhalten und auch der Störung des Sozialverhaltens.
00:23:03: Und allein daran erkennt man eben dass das auch bei Störungen vorkommt die eher episodisch sind, also die vorübergehen können im Gegensatz jetzt zu einer Persönlichkeitsstörung die doch etwas lang Zeit überdauernder ist.
00:23:17: Genau lebenslang kann man so sagen Kann sich natürlich verbessern?
00:23:21: Genau Ja, aber ist es natürlich massiver als jetzt, dass man eine Krise hat mit vielleicht einer depressiven Episode im Jugendalter.
00:23:30: Was würde ich sagen?
00:23:31: Dass das häufigste Bild eigentlich ist
00:23:34: so
00:23:35: ja und ganz wichtig ist wenn wir jetzt schauen wo haben wir denn den Einfluss darauf?
00:23:40: also Wir haben ja keinen Einfluß auf die Genetik so stark Vielleicht epigenetisch Aber das ist nicht unser Einfluchs als Psychotherapeutinnen Und da haben wir natürlich einen einfluss Darauf.
00:23:50: wie gehen wir Dinge so um.
00:23:53: Also wie gehe ich um damit, wenn ich ein heftiges Gefühl erlebe?
00:23:58: Und da würde ich jetzt an eine Situation denken die häufig geschildert wird.
00:24:03: Wie zum Beispiel... Ich bin fünfzehn Jahre alt, hab Streit mit meiner besten Freundin und jetzt sage Also gepaart mit einer Veranlagung zu heftig Gefühle spüren, also heftig wahrnehmen und eine Überforderung durch vielleicht ein impulsives Temperament wo das Gefühl so hoch schießt dass ich komplett hilflos bin rennig in mein Zimmer und finde da irgendetwas und greife da gar nicht so richtig anwesend dazu, damit streiche ich über meinen Körper und ritze da so rein.
00:24:38: Und was dann passiert ist eben dieser Effekt der weitergeleitet wird nervlich.
00:24:44: Es findet eine Verknüpfung von.
00:24:47: Ich habe gerade etwas getan und es hat dazu geführt dass dieser Zustand der vorher so unaushaltbar war aufhört weil gleichzeitig was anderes passiert als werden Endorphine freigesetzt
00:25:00: Die betäuben
00:25:00: das so ein bisschen.
00:25:02: Und Betäubung von einem unangenehmen Gefühl, ich meine kennen wir alle, dass Tod im ersten Moment gut und das ist die Verknüpfung, die stattfindet.
00:25:10: und genau dieser Lernmechanismus.
00:25:12: also es ist jetzt sehr vereinfacht dargestellt um nicht auf jeden einzelnen Neurotransmitter einzugehen aber diese Verknüpfungen findet unfassbar schnell und intensiv statt weil sie dieses Leiden in diesem Moment mindert.
00:25:27: Blöderweise merken wir uns das, also es gibt ein Gedächtnis auch was da funktioniert und zwar gut funktioniert.
00:25:35: Und deswegen speichern wir das auch ab als das war hilfreich.
00:25:40: Der Mechanismus je häufiger der wiederholt wird, je stärker er ausgeprägt wird oder intensiver umso eher greifen wir in Notsituationen wieder daraufhin zurück.
00:25:51: Ja und daher kommt es dass Leute eben immer und immer wieder zu diesem selbstverletzenden Verhalten greifen.
00:26:00: Und Menschen dann eben in eine Situation kommen, dass sie vielleicht nicht nur ... gehen wir jetzt mal vom Ritzen aus.
00:26:07: Das ist ja schon so das häufigste.
00:26:08: Nicht nur ein oder zwei Kratzerchen haben, sondern dass es dann tatsächlich manchmal flächendeckende und manchmal auch so tiefe Schnitte gibt, dass es im extremen Fall eben auch tatsächlich genäht
00:26:21: werden
00:26:21: muss.".
00:26:25: oder die wir gerade beschrieben haben, aber gleichzeitig findet da... Also es ist ein Spannungsabbau.
00:26:30: Es ist ein Wiederlebendigkeitsgefühl.
00:26:32: wenn ich mich irgendwie vielleicht verflacht stumpf gefühlt habe was von den Jugendlichen häufig so erwähnt wird dann ist das auch etwas, was eine Sensation im Körper erst mal auslöst.
00:26:45: Die einfach ein Gegeneffekt ist, die was anderes ist und kurzfristig sich so schwer nachzuvollziehen ist – was ich wirklich gut verstehen kann -, ist es aber der Mechanismus, der dazu beiträgt, dass sich das aufrechterhält?
00:27:01: Dann bleibt das erst mal und ist gelernt.
00:27:03: Ich sagte ja gerade, dass Selbstverletzungsverhalten auch in unterschiedlichen Intensitäten vorkommt.
00:27:08: Dass es manchmal sogar so schlimm ist, dass es genäht werden muss.
00:27:11: Und das ist natürlich etwas was verhältnismäßig eher selten vorkommt und wo auch wenn es regelmäßig vorkompt, dass jemand wirklich zum Nähern irgendwo hin muss dann spricht es natürlich schon für eine sehr tiefe und ernsthafte Form einer Erkrankung.
00:27:28: Aber da muss man eben deutlich auch nochmal unterscheiden, ob es eben tatsächlich etwas ist wo man findet das heraus, man spricht darüber, man macht Therapie und das Ganze wird dann noch einfach besser mit der Zeit oder ob es wirklich als Teil einer schwerwiegenderen psychischen Episode da ist, wo man dann noch mal ganz anders draufgucken muss.
00:27:50: Es ist vielleicht auch wichtig in dem Zusammenhang zu schauen, was sind die ersten Anzeichen?
00:27:58: Wenn ich jetzt auf der Elternseite schaue ... alle anderen Betreuer, die mit jungen Menschen zu tun haben.
00:28:06: Aber insbesondere die Eltern weil sie natürlich das Kind den Jugendlichen auch den kompletten Tag mit kriegen inklusive Nacht und Morgen.
00:28:15: welche Warnsignale gibt es da dass vielleicht selbst Verletzungsverhalten vorliegen könnte?
00:28:24: fängt natürlich an bei Gegenständen.
00:28:26: Also um sich selbst zu verletzen, wenn es jetzt nicht ein Kneifen und Kratzen ist so was mit der eigenen Händen zugefügt wird, mit eigenen Nägeln geht es darum zu schauen.
00:28:38: gibt es Rasierklingen, Scheren, Pflaster blutige Taschentücher im Zimmer die ich finde also die ersten oberflächlichen Anzeichen?
00:28:48: Daneben ist es wichtig zu schauen, gibt es diese depressive Symptomatik.
00:28:53: Weil einfach die depressive Episode oft damit einhergeht.
00:28:56: Also gibt es einen Rückzug wenig Unternehmen mit Freundinnen weil da Stress ist und gar nicht mehr irgendwie im Alltag was mit Freunden gemacht wird.
00:29:07: Der Rückzug von den Hobbys, Isolationen in der Schule Einverändertes Schlafverhalten Appetit Veränderungen also all die Dinge die so im Alltag auffällig erscheinen in einer Kombination in der Regel.
00:29:21: Also eins davon reicht da allein in der Regeln nicht aus, gibt es Schwierigkeiten in der Schule also plötzlich auftretende starke Konzentrationsprobleme abfallende Leistungen also schlechtere Noten.
00:29:35: Also all diese Dinge die man auch sonst wenn man sie vereinzelt wahrnimmt ist das ja in der regel so dass man seinen Kind darauf anspricht und dann schaut man aber Ist das gekoppelt mit mehreren Sachen, mache ich mir prinzipiell Sorgen.
00:29:51: Da ist es wichtig zu wissen, dass das gibt es auch als ein Symptom und da müsste ich ein bisschen wachsamer sein.
00:30:00: bei Stimmungsschwankungen oder bei so ganz heftigen Stimmungsanspannungsgefühlen also bei starker Wut Wirklich unfassbar tiefer Trauer.
00:30:10: also bei diesen stark ausgeprägten Gefühlen ist das halt eben oft dieser Gegenmechanismus dann als kurzfristige Hilfe.
00:30:17: Ja, weiß du was mir gerade noch einfiel?
00:30:19: Als du sagtest womit wird geschnitten?
00:30:22: Du musst dich grad an diese Augenbrauen rasierer denken die sind auch immer wieder gerne gesehen Das sind ja so kleine Rasierklingen quasi am Stil.
00:30:33: Ja,
00:30:33: stimmt.
00:30:33: Wenn man die plötzlich in der Federmappe findet zum Beispiel, die da sonst nichts zu suchen hat.
00:30:39: Genau!
00:30:39: Aber auch so was wie rausgelöste Klinge aus dem Anschpitz haben?
00:30:44: Ja, das ist alles im Gesamtbild auffällig plus.
00:30:49: Es gibt ja so in der Forschung diese Kombination an dass das kritische Alter eben das Pubertätsalter ist begonnen mit Jahrzehntelfzwölf bis so fünfzehnsechzehn.
00:31:01: Das Mädchen insbesondere betroffen sind wobei wir uns auch darüber unterhalten haben und auch sagen wenn das Thema selbstschädigendes Verhalten Thema ist dann wissen wir Konflikte zu geraten.
00:31:14: Also sich einfach zu kloppen die ganze Zeit oder Gewalt ist ein selbstschädigendes Verhalten, massiver Sport andere Essensgeschichten.
00:31:24: also es gibt mehr Formen von selbst schädigenden Verhalten als sich zu ritzen oder zu schneiden.
00:31:30: Auf jeden Fall Sexualisierung, Drogenkonsum riskantes Autofahren, riskantes Nachtlebensverhalten und sowas sind alles selbst schädigende Verhaltensweisen.
00:31:43: Die auf jeden Fall auch alle
00:31:46: Risiko verhalten.
00:31:47: Therapeutisch besprochen werden könnten, genau Hochrisikverhalten.
00:31:50: Und das ist so.
00:31:51: also ich würde sagen wenn zu dem Abschnitt den wir jetzt vorgestellt haben als Quint essence bleibt die Selbstverleihung ist Kannst klar erstmal eine Bewältigungstrategie für emotionale Überlastung, also überfordert sein mit seiner Gefühlswelt in dem Moment.
00:32:09: Und da zeigt es sich kurzfristig als ein wirksamer Gegenmechanismus!
00:32:14: Und das ist auch der Ansatz für die Psychotherapie oder für Hilfen.
00:32:20: Es können auch erst mal Beratungsgespräche sein und Unterstützung sein, das geht aber oft über in eine Verhaltenstherapie und da zum Beispiel in ein sogenanntes Skill Training.
00:32:33: Genau!
00:32:34: Das ist etwas.
00:32:35: also nachdem wir natürlich genau geguckt haben was es los und so denn ist uns Skills Training etwas womit man gut lernen kann andere coping strategien anzuwenden oder eben etwas anderes zu tun.
00:32:51: statt dessen also wenn ich den ganz großen bedarf habe jetzt mir selbst schaden zuzufügen, dann eben zu lernen okay was kann ich stattdessen tun?
00:32:59: Was gibt mir vielleicht eine ähnliche befriedigung nenne ich es jetzt mal.
00:33:03: Oder drückt diesen hohen Impuls wieder runter reguliert das ganze wieder runter und da gibt es auch Eine besondere Art der Therapie, die da das Skillstraining also ganz fest eingebaut hat.
00:33:18: Das ist dieses sogenannte DBT, Dialektisch-Behäviorelle-Therapie oder Training nach Marscha Linnehen.
00:33:28: Magst du da was zu erzählen, Sandra?
00:33:31: So spannend.
00:33:32: Ich habe das irgendwann, ich überlege gerade... Also das ist relativ neu.
00:33:35: Relativ neu meint er in der Psychologie dann immer die letzten dreißig Jahre.
00:33:41: Ich hab irgendwann mal als ich mit dem Studium fertig war und er zunächst angefangen hat zu arbeiten im Jugendbereich in einer nachklinischen Einrichtung Weiterbildung, die ich da gemacht habe oder Fortbildung, war über das DBT.
00:33:56: Und da war es noch sehr neu, weil das ist jetzt auch ein paar Jahre her.
00:34:00: Ihr habt damals als wir noch jung waren?
00:34:02: Ja,
00:34:03: richtig!
00:34:05: Ja, da war das für mich super spannend zu erfahren.
00:34:09: Und zwar kam dann nämlich die Übersetzung ins Deutsch und ursprünglich ist es eben nicht genau wie du gerade gesagt hast von Marsha Linnehen in Amerika so ja entwickelt worden und sie hat mit ihren Patientinnen gearbeitet mit diesem unter anderem Skill Training und dann schwappte das ein bisschen über weil man gesehen hatte oh das selbst verletzende Verhalten nimmt stark ab.
00:34:29: Glaubt
00:34:30: ihrs auch selber Borderlinerin
00:34:33: gewählten?
00:34:34: Richtig!
00:34:34: gemacht und hat darüber gesprochen.
00:34:36: Und dann hat man das erforscht, und es ist auch heute die am besten erforschte Therapiemethode, weil die Selbstverletzung zurückgehen – nicht nur diese, sondern auch die depressive Symptomatik -, weil die Therapie noch mehr beinhaltet.
00:34:51: Also die Beinhaltet eine Achtsamkeits-Traininggeschichte.
00:34:55: Es geht viel um Selbstständigkeit, Eigenständigkeit.
00:34:58: Die Patientinnen arbeiten selber mit ... Also es ist ja Dialektik heißt ja sowohl als auch sozusagen also auszuhalten dass es einen mittleren Weg gibt.
00:35:09: Also kein Schwarz-Weiß-Denken sondern ein.
00:35:11: das nennt sich Walking the Middle Path.
00:35:14: Man übt sich darin Gefühlserregungen die ich wahrnehme.
00:35:18: Ich spüre einen ganz starken Erregungszustand und den wahr zu nehmen und nicht sofort darauf reagieren zu können werden.
00:35:26: Also diese Zeitspanne muss geübt werden, es auszuhalten und dann auch darüber hinaus hinzugehen zu sagen ich tue jetzt etwas stattdessen und reguliere mich damit runter.
00:35:36: und da gibt es in diesem Skill Training es gibt kognitive Skills.
00:35:39: also was könnte ich denken?
00:35:41: Was gibt es für Gedankenskills?
00:35:42: Was ist das für Handlungsskills?
00:35:44: Achtsamkeitsskills!
00:35:46: Es geht nicht um diesen Satz Das soll aufhören, also hör sofort damit auf.
00:35:51: Das ist ja gefährlich und schrecklich, das macht Wunden.
00:35:53: Ja klar, das stimmt.
00:35:55: Patientinnen die sich selbst verletzen sind ja schlau und klug und wissen das.
00:36:00: Das haben
00:36:01: sie schon mitgekriegt?
00:36:02: Genau!
00:36:03: Und die haben auch schon mit gekriegt dass man vielleicht im Sommer da nicht mit T-Shirt rausgehen kann oder nicht mit kurzem Rock und es ist schon ein Leidensdruck.
00:36:10: Also das wissen die
00:36:11: Genau, das wissen die und das kaschieren können sie.
00:36:14: Und die wissen auch dass wenn man das sieht, man so angesprochen wird und angeguckt wird als ja wer man verrückt ne?
00:36:20: Das ist auch das was die sagen.
00:36:22: und die wissen dass das nicht so ist.
00:36:24: und trotzdem kann man es nicht sofort lassen weil's halt eben wie wir vorhin festgestellt haben ein Lernmechanismus ist.
00:36:29: und wenn man Dinge schon mal gelernt hat also jeder von uns der etwas anderes dann machen möchte und das umlernen will weiß Es ist erstmal Prozess, es geht nicht von jetzt auf gleich.
00:36:39: Ja und ich fand in dieser Fortbildung damals so... Ja, erstaunlich.
00:36:44: Es gibt etwas und ich kann etwas tun mit meinen Patientinnen und das einüben.
00:36:48: Und die wissen ... Okay, ich hab das abgekriegt dass sich diese Anfälligkeit habe per wir auch immer Genetik und Vulnerabilität haben und dass ich diese heftigen Gefühle habe oder vielleicht auch traumatischer Erlebnisse also Dinge wofür ich nichts kann und muss jetzt damit umgehen.
00:37:05: Das ist ein Werkzeug damit umzugehen.
00:37:08: Ich fand es erstaundlich!
00:37:09: Es wurde halt Deutsch übersetzt Wir haben's damals nach Martin Buch Und man kriegt so einen Ordner in die Hand.
00:37:15: Da stehen Dinge drauf, die das erklären erstmal.
00:37:17: Das heißt erst mal ist es wichtig diesen Mechanismus zu verstehen.
00:37:21: Weil Patientinnen kommen ja zu uns und tun das aber sie wissen nicht warum sie's tun immer.
00:37:26: Sie wissen nur mir gehts nicht gut ich tue es und dann geht's mir kurz besser.
00:37:30: Dann geht's trotzdem mit Scham einher mit Angst einher entdeckt zu werden Mit der Reaktion die heftig sein kann der Umgebung mit der Annahme, der Umgebung dass es immer mit Suizidalität einhergeht.
00:37:43: Das gibt es vereinzelt ja weil's halt eben auch mit einer depressiven Stimmung einhergehen kann.
00:37:48: aber das ist nicht der Regelfall und ich fand das richtig beeindruckend.
00:37:53: und das DBT gibt es mittlerweile Auch in Kliniken, also es gibt Stationen die danach arbeiten.
00:37:59: Da gibt es Skillgruppen.
00:38:01: das heißt man bespricht die Dinge die man da so tun kann.
00:38:04: probiert sie aus weil das Skill Training lebt von ja dem Do-it.
00:38:09: Also versuchst guckst ihr an wie stark deine Anspannung ist und was dir da geholfen hat Und so passt man das für sich individuell an.
00:38:19: Das ist eben auch dieser Riesenvorteil, weil es individuell anpassbar ist.
00:38:23: Und das ist dann das, was natürlich erhilfreicher sein kann als wenn's so eine pauschale Aussage gibt für alle Patientinnen?
00:38:29: Es ist total gut, weil die Leute wirklich ihre Skills an die Hand bekommen und sie selbst aber entscheiden können.
00:38:37: Ich hab ein ganz großes Gefühl von Selbstwirksamkeit im Idealfall.
00:38:41: Sprich ich selber bin wirksam!
00:38:43: Also ich tue nicht einfach, was mir irgendwer anders sagt zu diesem Zeitpunkt, sondern Werkzeugkasten da und das ist so was wie Hilfe zur Selbsthilfe, das finde ich ziemlich cool.
00:38:54: Wenn sich Penibel daran gehalten wird also wenn Kliniken damit arbeiten können die das natürlich auch unter klinischen Bedingungen noch mal strukturiert haben.
00:39:02: Die Bestandteile sind dann die Einzeltherapie, wo es um die einzelnen.
00:39:06: Weil wichtig in der Therapierichtung von selbstverletzten Verhalten oder in der Terapie generell ist immer das vorher.
00:39:14: Es geht wenig darum wie sieht die Wunde aus?
00:39:16: Was ist da?
00:39:17: Weil die Koppelung auch da in die Richtung stattfinden würde.
00:39:21: Man würde sich immer die Wunden angucken und darüber sprechen.
00:39:24: Das ist aber aus der psychotherapeutischen Richtung unwirksamer.
00:39:29: Also wichtig ist, dass die Wunde versorgt ist.
00:39:31: das heißt wir machen das auch oft so in Absprache mit den Patientinnen, dass sie zu ihren Kinder oder Hausärzten gehen und da wenn Wunden da sind, die versorgen lassen.
00:39:40: ganz klar ist aber, dass in der Therapie es um die Verhaltensanalyse die sogenannte geht.
00:39:45: Das heißt wir schauen an was war vorher?
00:39:48: Was ist passiert in diesem Spannungserregungsaufbau?
00:39:53: Dann versuchen wir auch eine Sprache, eine Gemeinsame zu finden.
00:39:56: Wo es darum geht das mit Werten zu benennen?
00:39:58: Wie hoch ist die Anspannung?
00:39:59: dann können Patientinnen sagen bei dreizig bis vierzig, bei fünfzig bis sechszig bis achtzig und da kommt der sogenannte Point of No Return also da kommt an die Selbstverletzung Und wir gucken uns immer dass davor an um da die Skills einzuflegen.
00:40:15: Also da geht's darum dass man das übt bei Anspanungen die über dreißig schon geht nur zwanzig Dreißig Das ist schon Selbsthörsorge, Stressmanagement und eben angewandte Skills.
00:40:26: Und die übt man auch als Einbestandteil also das Fertigkeiten Training.
00:40:30: dann gibt es noch irgendwie Telefoncoaching in Krisenzeiten und natürlich den Einbezug der Eltern weil die müssen zum einen aufgeklärt werden über den Mechanismus der Selbstverletzung und aber auch über dieses therapeutische Vorgehen.
00:40:45: Weil die Patientinnen sich ein sogenannten Notfallkoffer zusammen basteln mit Skills, die Guttonen, die alle Wahrnehmungskanäle ansprechen.
00:40:57: Das kennt man mittlerweile aus der Therapie von verschiedensten Störungsbildern.
00:41:02: also dass man guckt was kann in so eine Kiste oder eine Schublade oder ein Taschen rein.
00:41:09: Da kommen so Dinge, die ... Was kann ich mir anschauen?
00:41:12: Zum Beispiel schöne Fotos, die mir ein gutes Gefühl geben.
00:41:16: Da können Bombons rein, die gut schmecken, da können aber auch Chili-Bombons rein.
00:41:22: Die eben ein starker Gegenreiz sind und Dinge, das riechen wie eine Handcreme oder kleine Paffelnflaschen oder Teebeutel.
00:41:30: Also verschiedenste Dinger.
00:41:32: Man kann sogar ... Wenn man richtig Gas geben will, kann man sich sogar aus einer Apotheke diese Ammoniak am Pullen holen.
00:41:40: Das ist ein
00:41:41: starker Gegner.
00:41:42: jetzt auch
00:41:42: genau den ganz starken.
00:41:44: oder zum Beispiel was ganz simpel wäre wäre so eine Brausetablette hier die Teile die man sich in halben Liter Wasser reinwirft sowas zum Beispiel Center Shocks genau das ist ja.
00:41:55: für manche Leute reicht es durchaus schon aus.
00:42:00: Ergänz wird das auch durchs Achtsamkeitstraining, wo das auch geübt wird.
00:42:04: Wo man auch diese ... Ich hab ja ganz zu Beginn irgendwann mal auch gesagt, es geht einher mit einer Neurobiologie und diese Fahde zu sensibilisieren, dafür ist es dann gut, Achtsamttrainingen zu machen eine bewusste Wahrnehmung der Umwelt.
00:42:20: aber auch so wenn ich jetzt einen Bombo in meinem Mund nehme wie fühlt sich das an?
00:42:25: Wie schmeckt das?
00:42:25: Es ist warm kalt also sowas wird da auch geöbt.
00:42:31: Was sind
00:42:32: denn unsere Ratschläge an Eltern, wenn die jetzt in so eine Situation kommen und bemerken ach du meine Güte mein Kind.
00:42:43: verletzt sich offensichtlich selbst.
00:42:45: Ich sehe vielleicht, dass da geritzt worden ist oder ich finde eben etwas Blut keine Ahnung auf dem Stuklopapier im Beleimer ist oder wie auch immer.
00:42:55: irgendwie fällt es mir auf was sollten Eltern dann tun in dem Moment?
00:43:00: In erster Linie auf eine nicht vorwurfsvolle Art, auf eine interessierte Art.
00:43:07: wenn es in irgendeiner Form möglich ist das Gespräch suchen und
00:43:11: fragen
00:43:12: was da los ist Dann kann es natürlich sein, dass das Kind sagt
00:43:16: ...
00:43:18: Ja, meine Güte mir geht's schlecht.
00:43:19: Ich hab das gemacht, je nachdem wie so drauf ist.
00:43:21: Es kann aber auch durchaus sein, daß es dicht macht.
00:43:24: Dass er sagt, das geht dich nichts an?
00:43:27: Nein, das ist gar nicht.
00:43:28: Das war die Katze, die hat mich gekratzt oder diesdass oder zumindest genau kein Interesse daran hat, das zu teilen mit den Eltern.
00:43:37: Dann ist die Situation erst einmal schwierig.
00:43:41: Aber... Was, wie dem auch sei vielleicht ist es ganz hilfreich zu hören erst mal nicht in Panik geraten.
00:43:49: Das ist so wichtiger
00:43:51: und ich glaube wirklich der größte oder der herausforderndste Punkt weil du kannst
00:43:55: ins Zimmer dann
00:43:56: siehst irgendwie was blutig ist da siehst ne klinge vielleicht irgendwo und im Kopf geht's automatisch Oh, shit!
00:44:04: Also sich selber irgendwie runterfern und sagen okay.
00:44:07: Okay wie gehe ich jetzt vor?
00:44:08: Was mache ich jetzt also erst mal?
00:44:10: Sich selber runter regulieren so dass ich überhaupt in den Zustand komme wo ich es anspreche weil das ist vielleicht auch genau der erste Rad ist definitiv ansprechen Also auf jeden Fall ansprechen.
00:44:20: Aber im Vorfeld sich selber erst mal so beruhigen, dass das nicht aus einer panischen und hocherregten Situation heraus ist, sondern aus einer ... Ich hab' das gesehen und ich mach mir so große Sorgen weil dahinter steht definitiv, dass es dem Kind nicht
00:44:37: gut
00:44:37: geht.".
00:44:38: Und wie gesagt man kann es nicht oft genug sagen bitte bitte nicht vorwurfsvoll?
00:44:42: Weil dann das Dichtmacher schonmal vorprogrammiert ist ne?
00:44:46: Ja, wie kann man sowas gut formulieren?
00:44:48: In dem man zum Beispiel Navidushen gerade sagt es.
00:44:52: Sagt hey mir ist das aufgefallen und ich will dich nicht in die enge treiben.
00:44:57: Ich würde dich auch nicht irgendwie mit Vorwürfen überschütten darum geht's mir gar nicht.
00:45:02: Aber genau aber ich sehe daraus dass es dir in irgendeiner Weise nicht gut geht und ich würde dir gerne helfen.
00:45:11: so zb könnte man das
00:45:13: formulieren.
00:45:14: Ich finde auch ganz wichtig bei Jugendlichen immer das Angebot zu machen, weil da einfach Interaktion und Dynamik miteinander immer eine Rolle spielt.
00:45:23: Und es kann auch eine sehr gute Beziehung sein.
00:45:26: Trotzdem fällt es vielleicht dem Kind schwer oder dem Jugendlichen zu sprechen.
00:45:32: Da find ich das immer gut wenn man sagt okay du musst nicht mit mir sprechen aber es wäre mir wichtig dass du mit jemandem darüber sprichst oder jemanden darauf schauen lässt.
00:45:41: Das kann sein eine Freundin, mit der du gut klarkommst oder deine Tante oder eine gemeinsame Bekannte.
00:45:49: Oder halt eben Beratungsstelle oder Lehrerin oder also erst mal überhaupt über das Problem was offensichtlich irgendwie da ist oder die Probleme, die da sein könnten zu sprechen mit jemandem und das muss nicht ich sein als die Mutter der Vater.
00:46:05: es kann auch sein dass man sagt haben wir ja häufig dann Ich hab mit meiner Tochter meinem Sohn gesprochen und ihr angeboten, dass wir einen Termin ausmachen.
00:46:14: Dann kann das diese Sprechstunde sein.
00:46:16: Das muss nicht immer zwingend die Therapie sein.
00:46:19: Manchmal stellt sich heraus, es war eine Akutkrise, die ist verflacht.
00:46:22: Es gab's ein, zwei Mal und gar nicht mehr.
00:46:26: Bis die Leute in die Sprechtunde kommen, seien wir auch Wochen bis Monat.
00:46:31: Das heißt, man könnte überlegen um einem Vorfeld zu einer Beratung geht wenn man da eher dran kommt oder halt eben eine Sprechstunde bei einem KJP.
00:46:40: Und da kann es manchmal sein dass da auch zwei drei Sitzungen der Sprechenstunden oder Probertorik ausreichen.
00:46:47: also ist aber auf jeden Fall wichtig zu schauen weil es eben ein Symptom von so vielen verschiedenen Dingen und Störungen und Problemlagen sein kann.
00:46:56: Ist es auf jeden Fall wichtig genug, das anzusprechen und anzubieten?
00:47:00: Man muss nicht der Gesprächspartner die Gesprächspartnerin sein.
00:47:02: Es darf auch jemand anderes sein.
00:47:05: Da hätte ich noch was in der Tasche.
00:47:09: Und zwar gibt es online das sogenannte Star-Projekt Star wie Sternen.
00:47:14: Das bedeutet Self Injury Treatment Assessment Recovery.
00:47:21: Und das sind aus unterschiedlichen Universitäten Forschende, also deutsche Universitäten die herausfinden wollen welche Faktoren dazu führen dass Personen sich selbst verletzen und aber eben auch damit aufhören.
00:47:35: Und da gibt es halt dieses online Projekt wo man wenn man keine Therapie hat sich anmelden kann und dann auch Hilfe erhält bei selbstverletzendem Verhalten.
00:47:46: Genau, das würde ich auf jeden Fall empfehlen.
00:47:49: Wenn ich bemerke dass mein Kind da in die Richtung tendiert dann ist das auch ein guter erster Schritt.
00:47:55: Star wie Stern starminusprojekt.de tun wir auch unsere Show Notes
00:48:00: rein Genau.
00:48:01: Also da macht man sich wie auf so ein diagnostisches, auf einen diagnostischen Pfad was sehr wichtig ist würde ich sagen und ja das Ansprechen ist offen ansprechend eine Offenheit und schon ehrlich Besorgnis äußern.
00:48:17: Das finde auch wichtig dass klar Anteilnahme da ist an dem Gefühlszustand des Kindes Das klar, aber die anderen Dinge kann man nicht erzwingen.
00:48:27: Da ist es wichtig, das offen und ehrlich und liebevoll
00:48:30: anzusprechen.".
00:48:31: Diese Gedanken, diese Gedankenverknüpfung.
00:48:36: Oh mein Gott!
00:48:36: Mein Kind verletzt sich.
00:48:38: das bedeutet?
00:48:39: Mein Kind ist suizidal.
00:48:40: Das bedeutet ich habe ein kind mit einem risiko Sich jetzt das leben zu nehmen.
00:48:46: dass ist in den allermeisten fällen nicht so.
00:48:50: Also wir können natürlich nicht für alle fälle sprechen und selbstverständlich gibt es auch mal Fälle wo jemand Suizidales uns sich parallel dazu selbst verletzen.
00:48:58: klassischerweise wird ja an den armen geritzt oder auch an den ober schenkeln an den Beinen.
00:49:06: Man sagt, wenn die Stellen etwas kriseliger werden am Rumpf zum Beispiel ritzen oder jemand wirklich im Gesicht auf der Zunge oder das ist sicherlich auch noch mal etwas.
00:49:19: und dann eben auch tiefe und die Intensität der Schnitte wo man auch gucken muss.
00:49:23: aber dass Das allermeiste selbst verletzende Verhalten, diese etwas oberflächlichen Ritzer hat nichts mit Suizidalität zu tun.
00:49:34: Wenn es so schlimm ist dass ich denke oh mein Gott das hier wirklich.
00:49:37: also entweder das Kind muss genäht werden oder sich an Stellen geritzt die eben nicht so klassisch sind dann ist eine Therapie sicherlich auch nochmal anders indiziert.
00:49:46: noch mal musst du da nochmal anders drauf gucken.
00:49:48: aber
00:49:49: In der Regel ist die Sorge davor, dass es sozusagen einen Schritt vom Suizid entfernt ist.
00:49:54: Das entspricht nicht den
00:49:55: Tatsachen.".
00:50:10: sind ja einige Schritte im Vorfeld.
00:50:12: Es kann sein, dass es eine stationäre Therapie gibt aber diesen Weg geht man gemeinsam mit dem Jugendlichen wenn sich herausstellt das da so tief greifende Probleme dahinter sind, dass er sich am ehesten stationär auffangen lässt oder teilstationär.
00:50:27: Aber man ist nicht sofort dabei.
00:50:30: Das ist wie bei allen anderen Störungsbildern auch, das ist letzten Endes bei der Depression dann nichts anderes.
00:50:34: Dass es etwas was in den meisten Fällen ambulant behandelt wird aber Es kann halt auch so heftig sein dass es eben stationären Aufenthalt erfordert.
00:50:43: Das gleiche gilt für Essstörung, das gleiche geht für Ängste und das Gleiche gilt eben auch für Selbstverletzendes Verhalten.
00:50:49: Und wie gesagt mir ist einfach mir ist es wichtig das nochmal zu betonen.
00:50:52: nicht dass ich falsch verstanden werde na?
00:50:54: Ich sage nicht so etwas wie Macht euch keine Sorgen, das ist nicht schlimm.
00:51:00: Wer sich selbst verletzt wird nie noch etwas Krasseres tun?
00:51:04: Nein es kann natürlich passieren aber der Zusammenhang ist in den meisten Fällen nicht so gegeben.
00:51:11: Ich würde
00:51:11: auch sagen, dass schließt es hervorragend ab was uns ein Anliegen ist vielleicht aus der psychotherapeutischen Sicht Das wäre neben der Aufklärung Was braucht es, damit das überhaupt dazu kommt?
00:51:27: Also welche Ursachen können da vorliegen.
00:51:30: Was ist das für ein Mechanismus der stattfindet?
00:51:32: Weil da finde ich diese Aufklärung sehr wichtig.
00:51:35: und ja wir beide haben auch im Vorfeld als wir darüber gesprochen haben ganz klar Als wichtige Marker eben dieses Es Ist nicht immer Suizidalität.
00:51:43: Es ist nicht irgendwie aufmerksam aufmerksamkeits heißchen Sondern es ist ein Symptom Für etwas ist nicht in Ordnung Und diesen Menschen geht gerade nicht gut.
00:51:53: Und was es genau ist, das Bedarf natürlich des genaueren Hinsehens und ein bisschen mehr achten vielleicht auf die Warnsignale, die wir vorhin genannt haben.
00:52:01: Und dann entsprechend nicht schreuen Hilfe mit Dein zu nehmen.
00:52:05: Genau
00:52:06: so sieht's aus!
00:52:07: Ja und?
00:52:08: Es ist nicht gleich Borderline immer.
00:52:10: Das wäre vielleicht auch noch wichtig.
00:52:12: Ja, das ist wichtig.
00:52:14: So
00:52:14: viel dazu... Übrigens ja wir haben das auch heute aufgenommen, das Thema weil das auch unter anderem ein Wunsch von euch war und wir hoffen dass das auch gut Gehör findet und ihr verständnisvoll und liebevoll weiterhin einfach mit euren Kindern umgeht in diesem Sinn.
00:52:32: Ja!
00:52:33: In diesem Sinne genau also sollte es weitere Fragen geben.
00:52:36: Wir freuen uns immer.
00:52:37: bitte schreibt uns über Social Media was er euch für Themen wünscht.
00:52:41: Wir freuen uns auch total über fünf Sterne Bewertungen.
00:52:44: Bitte immer raus damit folgt und
00:52:46: genau da werden wir immer wieder informiert, wie wichtig das ist.
00:52:50: deswegen nochmal unterstreichen.
00:52:54: und eine Sache noch das liegt mir auch im Herzen es nochmal zu sagen Wir haben ja wie alle anderen Psychotherapeuten gerade auch diese kleine Problematik, dass wir um vier Komma fünf Prozent gekürzt wurden in den nennwes mal Gehältern.
00:53:15: Wann immer ihr die Möglichkeit habt, offene Briefe zu unterschreiben, Petitionen zu unterscheiden.
00:53:19: Etwas zu tun um uns dazu unterstützen vielleicht keine Ahnung eure Politiker anzuschreiben alles was uns da irgendwie unterstützen könnte.
00:53:27: es ist für uns echt super wichtig und wir sind ja euch sehr dankbar wenn ihr euch da mit für uns einsetzt denn Psychotherapie ist wirksam.
00:53:35: Psychotherapien ist wichtig Und natürlich gehen unsere Patienten vor.
00:53:40: Natürlich ist es uns wichtig gute Angebote machen zu können Und wir leben auch davon.
00:53:46: Das ist ein ganz schöner Einschnitt, das ist schon nicht so ganz ohne.
00:53:52: Im laufenden Bezugsjahr einfach mal mit drei Wochen Vorlaufszeit.
00:53:57: Daher ja, wir freuen uns, falls ihr uns da unterstützt.
00:54:00: Period!
00:54:01: Absolut.
00:54:03: Nichts weiter hin zuzufügen.
00:54:05: Ja also ihr Lieben habt noch einen schönen Tag und bis zum nächsten Mal.
00:54:10: Addi tschüss.
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